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10 Nov, 2009

“El canto de la flecha”: Interview mit Beatriz Pichi Malen

Posted by: Redaktion In: Interviews

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts haben die Mapuche relativ unabhängig auf dem Territorium im südlichen Chile und Argentinien gelebt. Als Chile und Argentinien ihre Unabhängigkeit ausriefen, wurde das indigene Volk jedoch zunehmend verfolgt und entrechtet. Ihr Lebensraum wurde durch die Vergabe von Landtiteln von der chilenischen Regierung an Unternehmen und einzelne Großgrundbesitzer massiv eingegrenzt.

Die Repressionen gegenüber den Mapuche nahmen dramatische Ausmaße an. Viele Menschen negierten deshalb die Zugehörigkeit zu ihrer Volksgruppe, um ihr Leben zu schützen. Auch Beatriz Pichi Malen ist in einer Familie groß geworden, in der über das kulturelle Erbe ihrer Vorfahren geschwiegen wurde. Weder wurde die eigene Sprache (mapudungun) gesprochen, noch die Lieder gesungen oder traditionellen Feste gefeiert. Damit gerieten viele der kulturellen Ausdrucksweisen in Vergessenheit.

Beatriz Pichi Malen macht als Sängerin bereits seit Anfang der 1990er Jahre die Lieder und Traditionen der Mapuche sowohl in Lateinamerika aber auch über seine Grenzen hinaus bekannt. In einem Interview mit TINYA beschreibt sie ihre Rückbesinnung auf die Kultur ihres Volkes. Sie erzählt, wie bis heute neue Gesänge entstehen und alte Melodien überliefert werden. Denkt zurück an ihre Begegnungen mit der Mapuche Aimé Paine und spricht über die Bedeutung der Mapuche-Namen.

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1994 wurde Beatriz Pichi Malen mit dem Preis für die beste Interpretin auf dem argentinischen Musikfestival in Cosquin ausgezeichnet. Beatriz Pichi Malen hat bisher zwei Alben veröffentlicht, Plata (2000) y Añil (2002), und gibt regelmäßig Konzerte in Lateinamerika und Europa. Sie war u.a. mit Jow Zawinul und seiner Gruppe The Zawinul Sindicate auf Tour. Dort trat sie im Vorprogramm auf.

Beatriz Pichi Malen ist außerdem regelmäßig Gast in Diskussionsrunden und Konferenzen. Sie gibt Seminare und Workshops in Schulen, die von der Kultur der Mapuche erzählen. Regelmäßig verbringt sie mehrere Wochen des Jahres im südlichen Chile. Dort, wo die meisten Bewohner vom Volk der Mapuche sind.

Das Interview wurde am 12. Mai 2009 in der Bibliothek der „Madres de Plaza de Mayo“ in Buenos Aires, Argentinien aufgenommen.

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